Wege zur systematischen Innovation - Teil 1: Richtig Denken
23. September 2011
Das Lösen von Problemen gehört zu den täglichen Aufgaben eines jeden Menschen. Unternehmen lösen die Probleme ihrer Kunden und
ihre eigenen in der Entwicklung, Produktion oder im Vertrieb. Der Erfolgreiche ist in der Regel ein guter Problemlöser. Der Beste ist der,
der das Problemlösen methodisch, wenn auch oft unbewusst, beherrscht. "Wir haben keine Probleme, sondern Herausforderungen". Eine
interessante Aussage, die man von Managern in den unterschiedlichsten Unternehmen immer wieder hört - manchmal verbunden mit
einem Schmunzeln oder auch mit tiefster Überzeugung, meist von frisch wiedergekehrten Managementkurs-Besuchern. Das Wort Problem
klingt einfach zu negativ. Es stellt einen ungewollten Zustand im Hier und Jetzt dar. Wer Probleme hat, dem geht es schlecht. Da hört sich
Herausforderung doch viel besser an. Sie impliziert, dass man mit Anstrengung und Arbeit Aufgabenstellungen in der Zukunft, hoffentlich
erfolgreich, bearbeiten wird. Das Wort Problem wird sogar manchmal offiziell verboten, um die gute Stimmung nicht zu gefährden. Doch
unterhält man sich länger, so ändert sich peu á peu die Wortwahl. Plötzlich taucht dieses böse Wort immer häufiger auf.
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Wann kommt die dritte Welle?
25. Mai 2011
Warum verfahren viele Unternehmen beim Thema Innovation nicht so systematisch und methodisch, wie z.B. mit ihrer Produktion oder im
Qualitätsmanagement? Innovation wird als unabwägbar empfunden und nach den Prinzipien des Zufalls oder “Versuchs und Irrtums”
verfolgt. Als fatal erweist sich der Glaube an trainierbare Kreativität und sogenannte Kreativitätstechniken. Viele gut vermarktete Ansätze
sind doch nur Formen der Zusammenarbeit und liefern im Ergebnis eher rhetorische als echte Innovation. Es fehlt ihnen der denk-
methodische Hintergrund. Echte Innovation hingegen ist vorhersehbar, messbar, wiederholbar, verlässlich und vor allem methodisch –
ähnlich den Prinzipien der ersten beiden erfolgreichen Managementwellen Lean Production und Total Quality Management. Die dritte
notwendige Welle ist die Systematische Innovation mit echten Meßgrößen und anwendbaren Methoden. Wie beim Sechs-Sigma-Ansatz,
muss Innovation jeden Mitarbeiter betreffen und diese sollten in den dazugehörigen Methoden ausgebildet sein und sie diszipliniert
anwenden. Als wesentliches Werkzeug hierfür gilt die Theorie des erfinderischen Problemlösens TRIZ. Systematische Innovation ermöglicht
Exzellenz-Initiativen für das Unternehmen, genau wie für Produktion und Qualität. Unternehmen, die Innovationsprozesse, z.B. nach einem
Phasenmodell, implementiert haben, vermissen oft den erhofften Schub aufgrund fehlender Methoden. Durch konsequente Implementierung
der dritten Welle wird das Thema Innovation zur Erfolgsgeschichte. Kultur, Prozess und Methodik bilden hierfür die Grundlagen. Kreativität
ist dabei vor allem eine Haltung, die durch eine offene Unternehmenskultur unterstützt wird. Mit systematischer Innovation nach den
Prinzipien des Total Technology Developments werden Unternehmen auf gezielte Aktionen ausgerichtet und können damit nachhaltig zu
einer Innovationsmaschine werden - effektiv, effizient und pragmatisch.
Differenzieren - aber wie?
05. August 2010
Ein erfolgreiches Produkt in hart umkämpften Märkten darf sich heutzutage nicht mehr nur durch so genannte neue „Features“
unterscheiden. Um sich aus der Vielzahl der Produktvarianten hervorzuheben, müssen Unternehmen ihre Produkte zukünftig grundlegend,
d.h. am besten bahnbrechend, vom Wettbewerb differenzieren. Diese Erkenntnis beschreibt u.a. Harvard Professorin Youngme Moon in
ihrem neusten Buch „Different: Escaping the competitive herd“ (Crown Business, New York, 2010). Im Prinzip imitieren die meisten
Unternehmen nur ihre Wettbewerber durch Variationen oder leicht verbesserte Leistungsmerkmale. In vielen Märkten erscheinen somit
immer mehr ähnliche Produkte mit nur geringen Unterscheidungsmerkmalen. Dies führt zu einer stark nachlassenden Markentreue der
Konsumenten. Marktanteile gewinnen auch in Zukunft nur Unternehmen, die als Erste auf innovative Technologien setzen und gleichzeitig
Differenzierung nicht nur als ein „Produkt-Feature“ betrachten, sondern dies als eine Haltung und Denkweise für ihr gesamtes Unternehmen
begreifen. Beispiele hierzu liefern Apple, Red Bull, IKEA oder Harley Davidson. Demnach beginnt die Entwicklung wahrnehmbar
unterscheidender Produkte und Dienstleistungen nicht erst in der Konstruktions- oder Marketingabteilung, sondern ist vielmehr das Resultat
eines Veränderungsprozesses des gesamten Unternehmens.
Sind Erfinder auch Unternehmer?
30. April 2010
Wichtige Motoren des Fortschritts sind oft neu gegründete, kleine Unternehmen, z.B. als Spin-offs von Universitäten oder wissenschaftlichen
Einrichtungen. Engagierte Erfinder stoßen dort mit ihren Ideen in viel versprechende Marktlücken. Nicht selten übernehmen große Konzerne
später solche erfolgreichen Start-ups und nutzen diese für ihre eigenen Innovationsziele. Investoren verzeichnen nach Angaben des
Bundesverbandes Deutscher Kapitalgesellschaften zurzeit aber deutlich weniger Anträge für Firmengründungen. Dies liegt zwar auch an
dem durch die Wirtschaftskrise zurückhaltenden Finanzierungsumfeld, aber auch an einer ausgeprägten Angst vor dem Scheitern,
insbesondere nach den Erfahrungen der geplatzten Dotcom-Blase. Viele potenzielle Unternehmensgründer tun sich schwer, ohne
Sicherheiten Risikokapital für ihre Ideen zu bekommen. Dies liegt aber nicht nur an der zögernden Haltung der Kapitalgeber. Die Praxis
zeigt, dass Deutschland weiterhin ein Land von Erfindern mit guten Ideen bleibt, aber diese oft schlicht falsche Vorstellungen über eine
mögliche unternehmerische Umsetzung haben. Mangelnde betriebswirtschaftliche Kenntnisse, gepaart mit einer falschen Einschätzung über
die Werthaltigkeit der eigenen Erfindung, und eine oft geringe Bereitschaft, sich über Partnerschaften oder Beteiligungen fehlende
Umsetzungskompetenzen zugänglich zu machen, sind charakteristische Merkmale. So verschwinden viele gute Ideen wieder in den
Schubladen schmollender Erfinder.
Richtig entscheiden
14. Oktober 2008
Die meisten Menschen verlassen sich bei Entscheidungen nur auf ihre Intuition. Nach einer Studie von Harvard-Professor M.H. Bazerman
hat sich diese Tatsache, trotz zunehmenden Methodenwissens im Management, in den letzten 50 Jahren nicht geändert. So sind auch
weiterhin die sehr teuren, immer mehr gravierenden Fehlentscheidungen bei vielen Unternehmen zu erklären und nicht zuletzt in der
jetzigen Finanzkrise deutlich zu erkennen. Zwar ist es heute in unserer Wissensgesellschaft wie nie zuvor möglich, Informationen und
Fakten für unvoreingenommene und abgesicherte logische Entscheidungen zu nutzen. Doch gerade die Informationsflut sowie zunehmender
Zeitdruck und Komplexität veranlassen Manager, eher intuitiv und Fakten vernachlässigend zu handeln. Erfolgreiche Entscheidungen
beruhen auf logischem, nicht emotionalem Denken, sind eher langsamer, dafür aber bewusster, und nutzen detailliertere Informationen.
Hilfreich ist dabei, sich diszipliniert an vereinbarte Entscheidungskriterien zu halten, den Standpunkt eines Außenstehenden einzunehmen,
das Gegenteil einer zunächst gewünschten Entscheidung durchzuspielen, zunächst nichts für wahr zu halten und Vorurteile zu identifizieren,
mehrere Expertenmeinungen hinzuzuziehen und auf Vollständigkeit aller Fakten zu achten. Schließlich nutzt auch Albert Einsteins Rat: „Wir
können Probleme nicht mit der gleichen Denkweise lösen, die diese vorher geschaffen hat“.
Megatrends
6. Mai 2008
Als Megatrends werden langfristige, übergreifende Transformationsprozesse in allen Lebensbereichen bezeichnet. Sie bestimmen die
Märkte der Zukunft und bewirken weltweit unterschiedlich ausgeprägte Umwälzungen in allen gesellschaftlichen Systemen. Zu den jetzt
schon auffälligen Trends gehören z.B. der demographische Wandel, die zunehmende Urbanisierung, ein steigendes
Gesundheitsbewusstsein, zunehmende Mobilität und Flexibilität im Berufs- und Privatleben, steigendes Klimabewusstsein, wachsende
Sicherheitsbedrohungen, Schwerpunktverlagerung der Weltökonomie nach Asien sowie die zunehmende Energieknappheit. Unternehmen
müssen auf die damit verbundenen Implikationen vorbereitet sein, insbesondere auf den einhergehenden Technologiewandel. Die Zukunft
wird nicht in einzelnen Technologien liegen, sondern in deren Überlappung und Zusammenschmelzen. Die klassischen Technologie-Grenzen
werden verschwinden und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit erfordern. Zu den bestimmenden Zukunftstechnologien werden Nano-, Bio-
und Informationstechnologie sowie die Kognitionswissenschaften zählen. Deren Zusammenspiel wird zu intelligenten Werkstoffen führen.
Neuartige Designoptionen im Nanomaßstab werden nicht nur Produkte, sondern auch den Menschen selbst gestaltbar machen. Wir haben
uns auf eine neue Ära der Mensch-Maschine-Interaktionen einzustellen. So wird die Robotik auch im Privat- und Freizeitleben Einzug finden.
Radikales Produktdesign
6. März 2008
Design getriebene Innovationen sind oft mit Risiken verbunden, ermöglichen aber dafür bei Erfolg echte Wettbewerbsvorteile. Design und
Anmutung eines Produktes erzeugen Emotionen und sind damit schwerer messbar als technische oder Kosten-Vorteile. Radikale Designer
befolgen existierende Trends nicht, sondern setzen selber neue, wie z.B. Apple mit farbigen transluzenten Computergehäusen. Ob ein
solches Produkt wirklich vom Kunden akzeptiert wird, ist vorher nur schwer abzuschätzen. „Der Markt weiß nicht immer, was er will“, sagt
Apple-Chef Steve Jobs. Echte Innovationen werden demnach den Kunden eher vorgeschlagen, als dass sie Reaktionen auf existierende
Wünsche sind. Nach einer Studie der Harvard Business School und der Scuola Polytecnica di Design in Mailand sind für viele Unternehmen
drei Kategorien als mögliche Vorgehensweisen bei Design-Innovationen typisch: „Markteinführung und Beobachten“, „Beobachten und
Markteinführung“ oder „Abwarten und Reagieren“, wobei erfolgreiche Innovatoren mehr in der Kategorie „Beobachten und Markteinführung“
zu finden sind, d.h. aber auch, dass Design-Innovatoren ihre Kunden besser verstehen und ihre Ideen dementsprechend besser entwickeln,
als dies nur reagierende Unternehmen tun. Interessanterweise haben reagierende Unternehmen auch eine viel größere Anzahl von
Varianten in ihrem Produktportfolio, als solche, die erst einmal Produkte auf dem Markt testen wollen. So verzeichnen Design-Innovatoren
ein ausgewogeneres Produktportfolio mit einhergehenden logistischen Vorteilen.
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